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Eine Ode an die Stadt
Ich mag die Stadt. Ich mag es, alles in unmittelbarer Nähe zu haben. Den REWE. Den Chinesen (laktosefrei!). Die S-Bahn. Den Bäcker. Und das zu fast jeder Uhrzeit. Von morgens um acht bis nachts um zwölf. Ich habe mich daran gewöhnt, alle paar Minuten in meine Bahn zu steigen und weiterzukommen. Ich mag die Anonymität.
Das war nicht immer so. Das sind irgendwie Dinge, an die man sich gewöhnt, je nachdem, wo man lebt. Ich war anfangs nie ein großer Fan der Stadt, vor allem nicht, als ich noch zu Hause wohnte, wo einem die Schafe quasi den Garten eintrampeln. Ich fühlte mich nie abhängig von den Bussen, die alle paar Stunden mal fuhren, ich stellte mich halt darauf ein. Ich stellte mich auch darauf ein, dass man wenn ich im Penner-Look und fettigem Haar zum Edeka ging, es am nächsten Tag das halbe Dorf wusste, weil es sich morgens beim Bäcker herumspricht.
Seit ich in der Stadt wohne habe ich mich deshalb, wie gesagt: an den Luxus gewöhnt, und bin geradezu verwöhnt, wenn ich wieder nach Hause komme.
Natürlich mag ich “mein Dörfchen” wegen der Dinge, die ich in Stuttgart nicht habe. Ich liebe es hier zu sein, mich wie früher zu fühlen, die ganzen Ecken und Plätze zu kennen, an denen ich damals gewesen bin. Es ist Vergangenheit. Heimat eben.
Aber heute, da mag ich die Stadt. Sie ist präsent, irgendwie jetzt, ein Teil von mir. Ich mag die Hektik, wenn ich von einem Ort zum anderen fahre, manchmal mag ich auch die Einsamkeit. Wir sind so viele, aber jeder für sich. Und manchmal sind wir viele und eins.
Die Stadt ist für mich keine Heimat, eher ein Abenteuer, in dem ich mich befinde. Es manchmal auch ein seltsamer Augenblick, nachts an einer viel befahrenen Kreuzung zu stehen, mich wie im Trance zu befinden und die Stadtluft in mich aufzusaugen. Und dann komme ich nach Hause und atme wieder aus.

2. August 2011, 8:15 Uhr
26 Jahre alt, Grafikerin, arbeitend und lebend in Stuttgart. Liebt es, sich auf allen Kanälen des Webs mitzuteilen und ist seit jeher ein Kind des Internets. J ist laktoseintolerant und hat einen aktuellen Tetris-Rekord von 2.945.376 Punkten. 





25 Kommentare zu Eine Ode an die Stadt
buchstabenwelt
am 2. August 2011
um 08:40 Uhr
Da kommt man glatt ins Schwärmen. Hach.
Aber ich hab so ne Theroie. Als Autofahrer erlebt man das lange nicht so als wenn man mit den öffentlichen, und dadurch viel zu Fuß unterwegs ist. Zumindest hab ich den Eindruck, dass mir dadurch etwas entgeht. Das, was du in deinem Artikel beschreibst.
Oder ich bin einfach zu faul um in die Stadt zu fahren und da herum zu laufen. Das ist natürlich auch möglich. buchstabenwelt
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Katja
am 2. August 2011
um 10:42 Uhr
Ich weiß, was du meinst. Diesen Luxus schätze ich hier in Hamburg auch sehr. Und trotzdem werde ich in 2-3 Jahren hoffentlich wieder in der Heimat wohnen. Dorfkind bleibt Dorfkind. Katja
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Henning
am 2. August 2011
um 21:29 Uhr
Was anderes als Innenstadt kommt mir nicht ins Haus. Basta.
(Bis ich irgendwann auf Kinder umsteige und sich die Prioritäten verschieben.)
@buchstabenwelt
Da bin ich ganz sicher. #autofahrer Henning
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J
am 3. August 2011
um 04:55 Uhr
Ja. Und noch schlimmer wird es, wenn man das Autofahren in der Stadt nicht mag.
Anders: Was willst Du auch in der Stadt, wenn Du nicht dort wohnst?
So früh schon? Oar.
Jepp. Kinder wollte ich in der Stadt auch nicht unbedingt aufziehen. J
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beeblebrox
am 7. August 2011
um 10:54 Uhr
Du scheinst mir noch nicht das fortgeschrittene Stadium erreicht zu haben. Im Moment hört sich das an, als wäre “die Stadt” nur eine austauschbare graue Masse, die außer diversen Vor- und Nachteilen keine echte “Seele” oder “Persönlichkeit” hat. Das ist mir zu einfach.
Kinder in der Stadt aufziehen? Wo ist das Problem? Mal abgesehen davon, dass das Produkt so werden könnte wie ich? beeblebrox
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Katja
am 7. August 2011
um 11:59 Uhr
Ja nach dem Referendariat. Dann wird langsam am Hausbau- und Familienplan gearbeitet. So richtig schön klischeemäßig
Katja
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Henning
am 7. August 2011
um 13:36 Uhr
@beeblebrox
Ich fänd es nicht grundsätzlich falsch, Kinder in der Stadt aufzuziehen, aber es gibt da doch ein paar nicht unerhebliche Probleme. Zum Beispiel braucht man deutlich mehr Platz – und der ist in der Innenstadt von Stuttgart sehr teuer und noch dazu schwer zu bekommen. Für Kinder ist auch ein Garten toll – auch der ist in der Innenstadt schwer und wenn, dann teuer zu bekommen. Dazu kommen für viele Leute andere Gründe, die für mich aber nicht ausschlaggebend sind. Henning
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J
am 7. August 2011
um 15:10 Uhr
Ganz im Gegenteil. Das alles charakterisiert die Stadt ja.
Ich finde es dazu noch erschreckend, wie schnell Kinder in der Stadt (nicht alle, aber viele) “erwachsen” werden. Ja, vielleicht werden sie “früher abgehärtet”, werden früher mit Themen wie Kriminalität, Geld/Produkten/Status und Sex konfrontiert. Aber wenn ich das vermeiden kann, mache ich das.
Uff, in der Tat!!!
J
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beeblebrox
am 7. August 2011
um 16:38 Uhr
Da ist schon was dran, aber es kommt auf die Sichtweise an. Wir hatten damals in Leipzig eine große Altbauwohnung und einen winzigen Vorgarten. Platzmangel war nie da, und Gartenarbeit eigentlich auch nicht – gerade dafür bin ich retrospektive äußerst dankbar. Ich _HASSE_ Gärtnern.
Also ich bin älter als du und noch lange nicht erwachsen. Ansonsten kann ich mir nicht wirklich vorstellen, daß man auf dem Land behüteter aufwächst als in der City, allerdings mag das an der jeweiligen Stadt, dem jeweiligen ländlichen Gebiet und dann auch noch am Individuum selbst liegen. Bei uns hier sind die “Landeier” immer die, die ihren ersten grünmetallicfarbenen Plastikbomber (früher irgendwann mal ein Opel Astra oder ein VW Golf) bei erstbester Gelegenheit besoffen um irgendeinen Baum wickeln. beeblebrox
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J
am 7. August 2011
um 18:03 Uhr
Und erwachsen ist anscheinend ein sehr weitgefasster Begriff.
Hängt sehr wahrscheinlich von der jeweiligen Umgebung ab, und natürlich auch, wie sehr man seinen Kindern Freiraum gibt, ab wann man sie in welchem Alter wohin lässt usw. usf. Allerdings sehe ich hier den klaren Unterschied zwischen Kindern in der Stadt und Kindern, die bei mir in der alten Heimat aufwachsen. Wie sie reden, was sie anziehen, was sie besitzen. Landkinder mögen naiver sein und Stadtkinder weiter, aber gerade das finde ich schön. Und deswegen möchte ich es so. Hat was mit eigener Erfahrung zu tun. Jeder, der es anders machen will, soll das tun, ich verurteile das nicht.
Gartenarbeit hatte ich auch nie, trotz großem Garten. Und ich bin mir sicher, ein Garten ist definitiv schöner für die meisten Kinder. Ansichtssache, wie gesagt. J
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beeblebrox
am 9. August 2011
um 07:13 Uhr
Also rein subjektiv, das Ganze? Gut, das kann man natürlich so machen. Ist wie bei Software – jeder empfiehlt seinen Liebling. Meine Sicht mag auch dadurch vernebelt sein, daß ich zu den wirklichen Kindern heutzutage keinen Draht mehr habe. Die Sprößlinge von Freunden und Kollegen – sofern vorhanden – sind allesamt zu jung um da als Beispiel zu dienen.
Ich meine mich zu erinnern, früher im alten Blog des Öfteren was von Rasenmähen gelesen zu haben. Nä? Gut, Rasenmähen mag jetzt die erträglichste Form der Gartenarbeit sein, aber trotzdem … da putz ich lieber, ganz ehrlich …
BTW: Der Markup beim Zitieren ist etwas … komisch. beeblebrox
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beeblebrox
am 9. August 2011
um 07:15 Uhr
… und der Webserver läuft auf UTC …
beeblebrox
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J
am 9. August 2011
um 11:00 Uhr
Ach, jetzt heul nich’! Rasenmähen ist SUPER.
Ich selektiere davor immer und das klappt ganz super.
Da fehlt nur das entsprechende Plugin. J
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beeblebrox
am 9. August 2011
um 09:31 Uhr
Suum cuique.
Das ist ja die Hauptsache. Verwirrend isses trotzdem.
*seufz* Grafiker …
date_default_timezone_set('Europe/Berlin');beeblebroxzitieren
beeblebrox
am 9. August 2011
um 09:32 Uhr
Und JETZT ging irgendwas mit dem Zitieren so richtig daneben … beeblebrox
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J
am 9. August 2011
um 11:42 Uhr
*seufz* Klugscheißer. Dafür gibt es eine tolle Einstellung im WordPress-Backend. Aber dankeschön. J
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Henning
am 9. August 2011
um 16:12 Uhr
Was Stadt und Land angeht, vergessen wir hier natürlich, dass es auch Mischformen gibt. Momentan möchte ich unbedingt in der INNENstadt leben. Ob ich jemals wieder aufs Land ziehen würde, weiß ich nicht. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass es mal wieder etwas mehr in diese Richtung geht, also Stadtrand oder kleinere Städte oder so.
Und nun zu den eigentlich wichtigen Themen:
Ansichtssache. Aber zur Gartenarbeit gehört es natürlich schon.
J: Ich selektiere davor immer und das klappt ganz super.
Warum sagt denn das keiner?
Die solltest den Markup-Text ändern auf: “Zum Zitieren hier klicken oder erst Text auswählen und dann hier klicken”.
So wie’s da im Moment steht, ist es falsch und ich hab das auch erst verstanden als du geschrieben hast, dass du das immer so machst. Henning
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J
am 9. August 2011
um 20:11 Uhr
Es ist nicht falsch. Es nimmt nur alles. J
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Henning
am 9. August 2011
um 21:04 Uhr
Doch, denn da steht im zweiten Teil bislang nur “…oder Text auswählen”. Wenn du aber Text auswählst, passiert erstmal überhaupt gar nichts. Du hast wohl den Unterschied bei meinem Vorschlag nicht richtig bemerkt. Henning
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beeblebrox
am 9. August 2011
um 21:07 Uhr
Mission accomplished.
Danke, Henning! *duck* beeblebrox
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Henning
am 9. August 2011
um 21:21 Uhr
Schwere Geburt! Du glaubst gar nicht, was hier noch außerhalb des Blogs für Anstrengungen nötig waren Henning
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J
am 9. August 2011
um 21:23 Uhr
Ich werde es bei Gelegenheit im Plugin umschreiben. J
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J
am 9. August 2011
um 21:55 Uhr
Ja, manchmal bin ich halt einfach ein Dickkopf!
Ist jetzt geändert im, ähm, Markup-Text. Bitteschön! J
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Henning
am 9. August 2011
um 22:45 Uhr
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Oh du schöne Heimat | bushwah.de